Studie mit absichtlich Covid-Infizierten: Hälfte blieb gesund

totkpWissenschaft  5. Februar 2022 3 Minutes

Die erste Studie mit absichtlichen Covid-Infizierten liegt am Tisch. Fast die Hälfte der intentional angesteckten Personen blieb negativ, einige weitere asymptomatisch, also gesund. Die andere Hälfte entwickelte leichte Erkältungssymptome. Die Studie kommt aus dem Imperial College aus London, das exzessiv hinter dem Covid-Narrativ stand. Obwohl die Studie noch nicht „peer-reviewed“ ist, gibt es Kritik.

Von Waldo Holz*

Eine britische Studie infizierte absichtlich 34 Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren. Das Ergebnis: Die Hälfte der Infizierten blieb „asymptomatisch“ oder, wie man noch 2019 sagte, „gesund“. Ausschließlich gesunde junge Menschen wurde absichtlich SARS-Cov-2 ausgesetzt. Die andere Hälfte der absichtlich Infizierten, entwickelte nur milde Symptome.

Hälfte blieb gesund

Die britische Studie zeige, dass solche Studien sicher durchgeführt werden können, so die Wissenschaftler. Solche Studien bieten die einzigartige Möglichkeit, Virusinfektionen von Anfang bis Ende im Detail zu untersuchen. Sie sind aber wegen der Risiken, die sie für die Teilnehmer mit sich bringen, umstritten.

Da die Studie aber zeige, dass solche Untersuchungen sicher durchgeführt werden könnten, legen sie den Grundstein für eingehende Studien über Impfstoffe, antivirale Medikamente und Immunreaktionen auf eine Covid-Infektionen, so die Wissenschaftler. Die Ergebnisse wurden am 1. Februar auf dem Preprint-Server Research Square veröffentlicht und sind noch nicht „peer-reviewed“ worden.

Fast die Hälfte der Teilnehmer, die einer niedrigen Virusdosis ausgesetzt wurden, infizierten sich gar nicht. Einige weitere, die positiv waren, hatten gar keine Symptome. Jene Studienteilnehmer die Symptome entwickelt hatten, berichteten über leichte bis mittelschwere Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen und Geruchs- und Geschmacksverluste.

„Das ist ein potenziell wichtiger Fortschritt bei der Bewertung der Wirksamkeit künftiger Impfstoffe und Medikamente“, so Miles Davenport, Immunologe an der Universität von New South Wales in Sydney, Australien, „das eröffnet eine Reihe von wichtigen Möglichkeiten, die Immunität in einer kontrollierten Umgebung zu untersuchen.“

In der Fachzeitschrift „Nature“, die über die Ergebnisse berichtet hat, zweifeln andere Forscher ob man die Risiken rechtfertigen könne. Stichwort „LongCovid“: „Meiner Meinung nach ist immer noch nicht ganz klar, ob diese Studien ethisch gerechtfertigt sind, und ich warte darauf, was sie noch herausgefunden haben“, sagt Seema Shah, Bioethikerin an der Northwestern University in Chicago, Illinois. Der Erkenntnisgewinn sei zu schwach, angesichts der Risiken.

Leichte Symptome

Jedoch werden solche Studien bereits seit Jahrzehnten durchgeführt. Ob bei der Grippe oder bei Malaria, das zweifellos für jüngere Menschen weitaus gefährlicher ist als Covid-19. Zugleich sprach man sich in den ersten Monaten der sogenannten Pandemie vehement für solche Studien aus, um die Entwicklung der Impfstoffe zu beschleunigen.

Geleitet wurde die Studie von Forschern des Imperial College in London, gemeinsam mit der kommerziellen Organisation für klinische Forschung namens „Open Orphan“. Die ersten Teilnehmer wurden Anfang 2021 mit dem Virus infiziert. Für die Teilnahme erhielten die Teilnehmer 6.200 US-Dollar, mussten sich aber mindestens zwei Wochen in Hochsicherheitsisolation begeben.

Durchschnittlich traten bei den Teilnehmern weniger als zwei Tage nach der Exposition die ersten Symptome auf, und sie wurden mit empfindlichen PCR-Tests positiv getestet. Dies widerspricht vielen epidemiologischen Studien aus der „realen“ Welt. Dort sprach man meist von einer fünftägigen Inkubationszeit. Neben dem Argument der „Asymptomatischen“, die das Virus weitergeben könnten (eine tatsächlich äußerst umstrittene These) war die lange Inkubationszeit ein entscheidendes Argument für die Einführung der Maskenpflicht.

Hohe Viruskonzentrationen hielten durchschnittlich 9 Tage und bis zu 12 Tage an. Die häufigsten Symptome waren typisch für andere Atemwegsinfektionen: Halsschmerzen, Schnupfen und Niesen. Fieber war seltener, und niemand entwickelte den anhaltenden Husten, der als Kennzeichen von COVID-19 galt. Bei etwa 70 % der infizierten Teilnehmer war der Geruchs- oder Geschmackssinn – ein weiteres Merkmal von COVID-19 – in unterschiedlichem Maße beeinträchtigt. Bei fünf Teilnehmern hielten diese Sinnesbeeinträchtigungen mehr als sechs Monate an, bei einem sogar mehr als neun Monate.

Immunsystem kein Mythos

Bemerkenswert: Einige Personen entwickelten überhaupt keine Symptome, hatten aber genauso viele Viren in ihren oberen Atemwegen wie die Teilnehmer, die Symptome aufwiesen, und ihre Infektionen hielten genauso lange an. Einige nicht infizierte Teilnehmer wiesen über kurze Zeiträume sehr niedrige Viruswerte auf, was darauf hindeutet, dass ihr Immunsystem das Virus aktiv bekämpfte, sagt Christopher Chiu, ein medizinisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter am Imperial College London, der die Studie leitete.

Eine andere Möglichkeit ist, dass manche Menschen über eine starke angeborene Immunantwort verfügen, die keine vorherige Begegnung mit einem bestimmten Krankheitserreger oder einem eng verwandten Virus voraussetzt. „Wir versuchen zu verstehen, warum Menschen geschützt sind, obwohl sie noch nie mit einem solchen Virus in Berührung gekommen sind“, fügt Chiu hinzu. Die Antwort dürfte jedenfalls im Immunsystem zu finden sein.

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