Von Führungskraft mit Herz Beitragsdatum 8. Januar 2021

25 Krankenhäuser schlossen 2020 und 2 bereits zum Jahreswechsel 2021

Grund für Krankenhausschließungen, ist fehlendes Personal und eine zunehmende Ökonomisierung, sowie fehlende Wertschätzung gegenüber der Pflege – denn in den Augen der Ökonomen, kostet Pflege nur!
Weniger Krankenhäuser nach Corona?

Der Vorwurf von mir an Jens Spahn – in der Krise werden kleinere/ländlichere Kliniken geschlossen – dies ist gewollt und es werden bewusst Anreize geschaffen (Krankenhausfonds).
Am 20. Februar wünscht sich Jens Spahn noch mehr Mut bei der Debatte um Krankenhausschließungen.

Um sich ein besseres Bild machen zu können möchte ich hier alle Klinikschließungen und eventuell bevorstehende aufführen die mir bekannt sind, denn dies regt automatisch zum Nachdenken an, in Zeiten einer Pandemie von nationaler Tragweite.

Lungenfachklinik Kreis Ludwigsburg, St. Hedwig-Geburtstklinik Mannheim (Baden-Württemberg), Krankenhaus Parsberg, Schön-Klinik Nürnberg Fürth, Klinik Vohenstrauß, Klinik Waldsassen Orthopädische Rehabilitation (Bayern), Wenckebach-Klinikum (Berlin-Tempelhof), Krankenhaus Groß-Sand Krankenpflegeschule geschlossen (und das in Zeiten eines Fachkräftemangels) (Hamburg-Wilhelmsburg), Krankenhaus Havelberg (Sachsen-Anhalt), Bergarbeiter-Krankenhaus Schneeberg, Geburtsklinik Leisnig (Sachsen), Loreley-Kliniken in St. Goar, Loreley-Kliniken Oberwesel, Rodalben Krankenhaus, Krankenhaus Ingelheimer (Rheinland-Pfalz),Reha Klinik Seesen (Niedersachsen), Marienhausklinik Ottweiler, Klinik St. Josefs-Krankenhaus Losheim (Saarland), Klinikum Wedel (Schleswig-Holstein), Krankenhaus Riedlingen, Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten, Helfenstein Klinik in Geislingen (Baden-Württemberg), Marienhospital Altenessen, Krankenhaus Stoppenberg St. Vincenz, Klinik Eifelhöhen, Bochum St. Josefs-Hospital in Linden (Nordrhein-Westfalen),

Schließung Anfang 2021: Brandenburg Krankenhaus Kloster Lehnin, Nordrhein-Westfalen Krankenhaus Maria-​Hilf Tönisvorst, Niedersachsen Klinikum Borstel – Schließung noch offen.


Baden-Württemberg Lungenfachklinik Kreis Ludwigsburg – Aus im Kreis Ludwigsburg für die renommierte Lungenfachklinik. Die medizinische Versorgung der Patienten soll ins Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) verlagert werden, zu dem das Gerlinger Haus seit einigen Jahren gehört.

Baden-Württemberg St. Hedwig-Geburtstklinik Mannheim – Die Gynäkologie und Geburtshilfe wird geschlossen. Nun gibt es nur noch das Diakonissenkrankenhaus zur Entbindung.


Bayern Krankenhaus Parsberg – Schloss bereits im Januar 2020 seine Türen, anstelle Ende 2021.

Bayern/Franken Schön-Klinik Nürnberg Fürth – „Leider lassen es die wirtschaftliche Situation und die fehlenden Wachstumsoptionen der Klinik nicht zu, den Krankenhausbetrieb fortzusetzen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Bayern Klinik Vohenstrauß – Klinikschließung aufgrund von Sanierung. Patienten müssen jetzt nach Weiden.
Bayern Klinik Waldsassen – Schließung Orthopädische Rehabilitation.


Berlin-Tempelhof Wenckebach-Klinikum – So soll das Wenckebach-Klinikum in Tempelhof weitgehend mit dem Auguste-Viktoria-Klinikum (AVK) fusionieren. Aus dem Wenckebach würde ein ambulantes Zentrum, das AVK in Schöneberg zur Großklinik.


Hamburg-Wilhelmsburg Krankenhaus Groß-Sand – Es sieht nicht gut aus um das Krankenhaus, eine Schließung steht im Raum. Krankenpflegeschule geschlossen (und das in Zeiten eines Fachkräftemangels).


Sachsen-Anhalt Krankenhaus Havelberg – Krankenhaus ist zu klein. Die Klinik wurde 2002 in den KMG-Klinik-Verbund Pritzwalk, Kyritz und Wittstock aufgenommen. Nach Angaben der Krankenhausgruppe war es dadurch möglich, eine neue Intensivstation zu bauen sowie das Bettenhaus und medizinische Einrichtungen zu modernisieren. Jetzt wird das Krankenhaus ein Altenheim.


Sachsen Bergarbeiter-Krankenhaus Schneeberg – Wegen Ärztemangels wird es geschlossen.

Sachsen Geburtsklinik Leisnig – Helios Konzern schließt Geburtsklinik. Schwangere sollen künftig zur Entbindung nach Schkeuditz ausweichen. Dies bedeutet für die Schwangeren weitere Wege.


Brandenburg Krankenhaus Kloster Lehnin – Schließung Anfang 2021. Wie die Ärztezeitung berichtet, soll dieses Krankenhaus mit seiner Fachabteilung für Innere Medizin geschlossen werden. Erhalten bleiben soll einzig die Reha-Klinik. Dadurch würde auch die am selben Standort betriebene Rettungsstelle schließen.


Niedersachsen Reha Klinik Seesen – Asklepios Konzern schließt diesen Standort. Tarifvertrag ist zu teuer.


Rheinland-Pfalz Loreley-Kliniken in St. Goar – Die kommunalen Gesellschafter der Kliniken hatten vorgeschlagen, die Krankenhäuser auch für die Behandlung von Corona-Patienten einzusetzen. Dies wurde vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium abgelehnt.

Rheinland-Pfalz Loreley-Kliniken Oberwesel – Es entsteht ein Gesundheitscampus. Hinter den Kulissen war ein neuer Mitspieler auf den Plan getreten: die Firma Helexier. Das Unternehmen hatte angekündigt, die 55 Prozent Anteile der Marienhaus Kliniken GmbH übernehmen zu wollen. Im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Stadtratssitzung in Oberwesel sprachen sich die anwesenden Ratsmitglieder aber einstimmig dagegen aus.

Rheinland-Pfalz Rodalben – Schließung dieses Standorts. Nach Angaben von Verbandsbürgermeister Wolfang Denzer (SPD) müssen auch jetzt bereits Ideen für die Nachnutzung des Krankenhauses in Rodalben gesammelt werden. Zu klären sei beispielsweise, ob dort eine Art Ärztehaus für ambulante Behandlungen eingerichtet werden könne – oder etwas ähnliches.

Rheinland-Pfalz Krankenhaus Ingelheimer – Zunächst Spezialklinik für Covid 19, dann Klinikschließung wegen zu geringer Auslastung.


Saarland Marienhausklinik Ottweiler – Klinikschließung nicht gänzlich, ambulante Operationen sollen noch statt finden.

Saarland Klinik St. Josefs-Krankenhaus Losheim – Nur noch Geriatrie Tagesklinik.


Schleswig-Holstein Klinikum WedelKreispolitiker stimmten auch für Schließung, das Klinikum gehörte zum Sana Konzern.
Die Regio Kliniken wollen ihren Standort dort schließen. Ab Sommer will die Geschäftsführung der Regio Kliniken die Wedeler Abteilungen für Geriatrie, Pneumologie, Palliativmedizin sowie die geriatrische Tagesklinik nach Elmshorn und Pinneberg verlagern.

Schleswig-Holstein Klinikum BorstelSchließung noch offen. Die Spezialklinik (81 Betten) unter anderem für Lungen- und Infektionskrankheiten gehört zum Forschungszentrum Borstel, sie wird von der gleichnamigen Stiftung getragen, soll aber wirtschaftlich unabhängig sein. Es steht eine Schließung und möglicherweise Zusammenlegung mit einem anderen Krankenhaus, etwa in Großhansdorf oder Bad Segeberg, zur Diskussion. In Borstel befindet sich das derzeit einzige Covid-19-Testzentrum im Kreis, auch Corona-Patienten werden hier behandelt.


Baden-Württemberg Krankenhaus Riedlingen – durch Sana Kliniken geschlossen.

Baden-Württemberg Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten – Krankenhaus wurde geschlossen

Baden-Württemberg Helfenstein Klinik in Geislingen – Stationärer Betrieb und OP-Säle sollen geschlossen werden. Die stationäre Versorgung soll in der Göppinger Klinik am Eichert zentralisiert werden. Aus Geislingen wird ein Gesundheitscampus.


Nordrhein-Westfalen Marienhospital Altenessen – Die Contilia Gruppe schließt zwei ihrer drei Krankenhäuser und das dritte den Philippusstift in Borbeck will sie ausbauen.

Nordrhein-Westfalen Krankenhaus Stoppenberg St. Vincenz – Das zweite Krankenhaus der Contilia Gruppe welches geschlossen wurde.

Nordrhein-Westfalen Krankenhaus Maria-​Hilf Tönisvorst – Schließung über Jahreswechsel 2020/2021. Mit dem Jahreswechsel 2020/2021 wird der stationäre Krankenhausbetrieb mit 55 Betten Innere Medizin und 7 Betten Chirurgie eingestellt. Damit wird es in Tönisvorst kein Krankenhaus der Grund-​ und Regelversorgung mehr geben. Bereits 2018 musste die Notaufnahme als Herzstück eines jeden Krankenhauses aufgegeben werden

Nordrhein-Westfalen Klinik Eifelhöhen – Die Eifelhöhen-Rehaklinik muss geschlossen werden, weil sich kein Investor gefunden hat.

Nordrhein-Westfalen Bochum St. Josefs-Hospital in Linden – Der Helios Konzern schließt diesen Standort.


Am 17.03.2020 sagte Jens Spahn noch in einer Telefonkonferenz mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) „Whatever it takes“ und damit meint er großzügige Finanzhilfen.
Wir sollten endlich erkennen, dass nicht die Menschen aufgrund fehlender Solidarität für diese Mangelverwaltung schuld sind, sondern unsere gewählten Politiker.
Die Performance die unsere Parteien, die in Dauerschleife zu Solidarität aufrufen um von ihrer eigentlichen Schuld ablenken zu wollen, ist unterirdisch.
Geht in Klinikkonzernen nicht der Mensch verloren bei einer dauerhaften Mangelverwaltung?
Weil er zum einen nur noch eine Nummer ist und zum anderen hat man als Patient eine weitere Anfahrt zu den Kliniken. Auch die Wege um Angehörige zu besuchen werden weiter.

Wie können sich Krankenhäuser vor der Armut retten?
Gar nicht, außer Sie schließen wirtschaftlich unrentable Bereiche.
Es wird sich auf Leistungsbereiche konzentriert, mit denen Geld verdient wird. Notaufnahmen, Kinderstationen, Gynäkologie, all dies sind Bereiche die für Krankenhäuser nicht lukrativ sind. Denn Operationen generieren die Erlöse.

Aber das interessiert die Menschen nicht, denn ihnen wird ja vermittelt sie handeln bereits solidarisch, stattdessen werden ganz leise über 20 Krankenhäuser in Zeiten einer Pandemie abgebaut!


Wie geht das weiter?
Das kann man in der Studie der Bertelsmann-Stiftung nachlesen: „In Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1400 auf deutlich unter 600 Häuser würde die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern.“ Wieso eine Verringerung der Krankenhäuser um mehr als die Hälfte die Qualität der Versorgung verbessert, muss das Geheimnis dieser Studien bleiben.