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Martin Adam entwickelt fundierte objektivere Alternative zum RKI Dashboard. Die aktuellen Sars-Cov- 2 Zahlen

Danke an Corona Blog dass wir den Text verwenden dĂŒrfen 🙂 . Besser hĂ€tten wir es auch nicht schreiben können! Danke an Martin Adam fĂŒr die Karten

Wir alle kennen die Horrorbilder und Schreckensszenarien der Corona-Pandemie, die uns tagtĂ€glich in den QuantitĂ€tsmedien prĂ€sentiert werden. Aktuell wird gerade Indien dafĂŒr herangezogen. Mit – mehr oder weniger aktuellen – Bildern wird hierzulande versucht ein dramatisches Bild von der Situation dort zu verbreiten.

Martin Adam hat sich die Situation genauer angesehen und unzĂ€hlige Daten ausgewertet und zusammengefasst, die ein ganz anderes Bild der Pandemie zeichnen. Nachfolgend findet ihr das „alternative Dashboard“, welches die Situation objektiv und ausfĂŒhrlich darstellt.

Eine objektivere Darstellung

Deutschlands Inzidenzzahlen

Die erste Karte ist auf Grundlage der Daten des RKI und der GesundheitsĂ€mter aufgebaut – wir kennen Sie wohl alle aus der Tagesschau.
NatĂŒrlich trifft all die Kritik, die es an diesen Zahlen gibt, auch bei der neuen Karte von Martin Adam zu:
Die Zahlen sind natĂŒrlich abhĂ€ngig von der Testanzahl und wen man testet. Hinzu kommt ein Meldeverzug. Sogar die Öffentlich Rechtlichen haben erkannt, dass die Inzidenz eigentlich kaum als Werkzeug taugt. Dennoch rauscht sie jeden Abend ĂŒber die Bildschirme von Millionen Menschen – in Farben von gelb, ĂŒber dunkelrot, noch dunkleres dunkelrot und dann lila. Um dieses ĂŒberdramatisierende Bild anzupassen, hat Martin Adam die Karte und deren EinfĂ€rbung angepasst:

Ein Landkreis kann hier sogar „grĂŒn“ werden, nĂ€mlich dann wenn die Inzidenz unter 35 ist – was bei genĂŒgend Tests aufgrund der falsch positiven Rate der PCR Tests wohl dauerhaft sowieso nicht erreicht werden kann. Auch das ĂŒberdramatisieren von hohen Inzidenzen (die sowieso nur umgerechnet auf 100.000 Einwohner sind) spart er sich. Bei 200 ist bei „normalem rot“ einfach Schluss.

Klickt man auf einen Landkreis erscheinen zusÀtzliche wichtige Infos, z.B.:

Man erfĂ€hrt also im Detail wie viele Test positive es in dem Landkreis gibt, aber auch die Zuordnung zu den RKI Falldefinitionen ist: FĂ€lle mit klinisch-labordiagnostischem Nachweis entsprechen dabei im Prinzip FĂ€llen mit positivem PCR Test und Symptomen jeden Schweregrades vor dem Test. FĂ€lle mit labordiagnostischem Nachweis bei nicht erfĂŒllter Klinik entsprechen Personen, die nur einen positiven PCR Test haben – ohne Symptome vor dem Test gehabt zu haben. In der letzten Kategorie, FĂ€lle mit labordiagnostischem Nachweis bei unbekannter Klinik, werden Personen erfasst, die einen positiven PCR Test haben und man nicht weiß ob sie Symptome vor dem Test hatten oder nicht.

Karte zu den Inzidenzzahlen


Intensivbettenauslastung

Über die dramatische Intensivbettenauslastung in Deutschland liest und hört man derzeit in den QuantitĂ€tsmedien regelmĂ€ĂŸig – die Tagesschau wird nicht mĂŒde, ausgewĂ€hlte Intensivmediziner zu finden, die vor der Knappheit warnen. Da das wohl bekannte Ziel der ganzen Maßnahmen ja sowieso primĂ€r ist, die Intensivbettenauslastung nicht an die Grenzen zu bringen, macht es doch Sinn, sich diese auch zu visualisieren. Wohlwissen, dass auch hier getrickst wird und diese kĂŒnstlich nach oben gefahren wird, um ZuschĂŒsse des Bundes zu erhaschen. Schaut man sich die Visualisierung von Martin Adam an, dann kann man eigentlich entspannt aufatmen: Die Farbe grĂŒn dominiert hier eindeutig Deutschland:

Interessant sind auch die zusÀtzlichen Infos, wenn man auf einen Landkreis klickt


Die Weltkarte

Aktuell wird gerade mit Schreckensbildern aus Indien (viele der Bilder entstanden weit vor der Pandemie) versucht die Angst der Menschen weiter hoch zu halten. Parallel bereitet man das Impfen der Kinder vor – der nĂ€chsten, hilflosen Gruppe unserer Gesellschaft und macht auch vor schwangeren Frauen keinen halt wie wir vom Corona Blog ebenfalls bereits berichteten. Von der Tagesschau garnierte Karten, die von Woche zu Woche blutroter werden – nicht etwa, aufgrund steigender Inzidenzen, nein, alleine aufgrund einer willkĂŒrlichen EinfĂ€rbungsstrategie – unterstĂŒtzen diesen Trend noch.

Es ist alles eine Frage der richtigen Darstellung! Indien wird jetzt als die große Gefahr gesehen. Die indische Doppel-Mutante. Wir werden alle sterben, so wie die Inder! Ja, genau! Was fĂŒr ein LĂŒgengebilde!

Martin Adam

Die letzten Wochen hat er sich damit befasst, die weltweiten Sterbedaten abzurufen, auszuwerten, zusammenzufassen und ĂŒbersichtlich darzustellen. Dazu nutzte er verfĂŒgbare Datenbanken von unter anderem dem RKI, der WHO und dem CDC. Das Ergebnis wird regelmĂ€ĂŸig aktualisiert und ist auf einer eigenen Seite abrufbar.
Die Daten aus den verschiedensten Datenbanken abzugreifen und auszuwerten war fĂŒr Martin Adam, ein Programmierer, kein Problem. Allerdings stellten sich darauf rein praktische Fragen, ĂŒber deren Beantwortung man auch heute noch streiten kann:

Wie sollte denn die Karte eingefĂ€rbt werden? Ab wann ist eine Sterberate dramatisch – und muss rot sein? Wann ist sie so gering, dass sie grĂŒn sein kann?

DarĂŒber hat sich Martin Adam ebenfalls Gedanken gemacht und das Problem aktuell so gelöst:

  • Die EinfĂ€rbung orientiert sich an der Sieben-Tage-MortalitĂ€t – also wie viele Menschen sind in den vergangenen sieben Tagen im Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion gestorben
  • Alle Landeszahlen werden dann auf eine Sterberate pro 100.000 Einwohner heruntergerechnet – dass die Zahlen lĂ€nderĂŒbergreifend vergleichbar sind
  • Da in Deutschland die Lage als „unter Kontrolle“ bezeichnet, hat er die deutsche Sterberate als mittlere Referenzsterberate genommen und es orange eingefĂ€rbt
  • Die Schwellenwerte nach oben und unten wurden um diesen „deutschen Referenzwert“ verteilt

Weltkarte

Was einem direkt ins Auge sticht ist, dass Indien dieselbe EinfÀrbung (orange) hat, wie Deutschland.

Wie kann das sein – fragen sich jetzt sicher viele? Glaubt man den Medienberichten, mĂŒsste doch Indien dunkelstes rot haben. Auch wenn man sich die uninterpretierten Sterbezahlen fĂŒr das Land ansieht, sieht der aktuelle Anstieg dramatisch aus:

Das Problem ist: die Zahlen sind nicht ins VerhĂ€ltnis gesetzt. In Indien leben ca. 1.366.000.000 Menschen. In Deutschland mit nur ca. 83.000.000 Einwohnern sterben tĂ€glich ca. 2.500 Personen. Schaut man sich den Graph der sogenannten „Coronatoten“ an, dann ist der aktuelle Peak von weniger als 4.000 Coronatoten pro Tag fĂŒr ein Land mit so einer riesigen Einwohnerzahl gar nicht mehr so groß. Genau das sieht man jetzt schön farblich markiert auf der Karte. Er erwĂ€hnt zu den indischen Todeszahlen noch, dass „bisher in Indien, gemessen an der Gesamtbevölkerung, wenig Menschen an Covid-19 gestorben sind. Im weltweiten Vergleich ist die Covid-19 Sterberate in Indien wirklich gering! Aber natĂŒrlich sind das statistische Auswertungen. Es sterben auch in Indien viele Menschen an Covid-19, das darf man nicht ĂŒbersehen. In den vergangenen 7 Tagen sind ca. 10% der gesamten Covid-19-Toten entstanden. Das sieht erst einmal extrem aus und wenn man das auf einer Kurve sieht, dann haut es einem den Graphen fast senkrecht nach oben. Aber in Wirklichkeit sterben in Indien gerade gemessen an der Bevölkerungszahl genauso viele Menschen wie in Deutschland oder sogar ein bisschen weniger“.

Und in der Tat. Klickt man auf seiner Karte auf Indien, sieht man die Details zu dem Land: die Sieben-Tage-MortalitĂ€t liegt bei 1,83. In Deutschland liegt sie bei 1,94. Das zeigt auch folgende, direkte GegenĂŒberstellung von Indien und Deutschland:

Auch bei der Fallsterblichkeit steht Deutschland schwĂ€cher da als Indien. Die Fallsterblichkeit gibt Auskunft darĂŒber, wie viele der gemeldeten Covid-19 FĂ€lle verstorben sind:

Aber nach ĂŒber einem Jahr haben zumindest wir verstanden: Von den deutschen QuantitĂ€tsmedien, allen voran ARD und ZDF, kann man viel erwarten, aber keine objektive und sachliche Berichterstattung. Umso wichtiger sind in diesen Zeiten die neuen Medien. Auf corona-karten.com findet man zukĂŒnftig das neue „Dashboard“ mit den oben beschriebenen drei Karten.


Und hier nochmal alles nebeneinander

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